Unter dem Arbeitstitel The Eight Wonder of the World begannen in den frühen 30er Jahren die Arbeiten an jenem Meisterwerk, welches als das Monstermovie schlechthin Filmgeschichte schreiben sollte. Mit einem für damalige Verhältnisse gigantischen Etat und riesigem Aufwand schufen Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack gemeinsam mit dem Effektpionier Willis H. O´Brien eine außergewöhnliche und tragisch endende Liebesgeschichte zwischen einem verwöhnten Grossstadtmädchen und einem turmhohen pelzigen Ungetüm, die aus heutiger Sicht eigentlich kitschig wirken müsste, wäre sie nicht so spektakulär inszeniert worden. Selbst in der Gegenwart hat King Kong nichts von seinem Reiz verloren und fasziniert noch immer das Publikum.

The Making of King Kong widmet sich auf mehr als 250 großformatigen Seiten diesem Klassiker und ist in jeder Hinsicht ein Muss für Filmfreaks, die sich etwas näher mit dem Monster von Skull Island beschäftigen wollen. Das Buch geht auf sämtliche Phasen der Vorproduktion ein und berichtet auch von den Rückschlägen, die das Projekt fast zum Scheitern gebracht hätten. Beispielsweise ist der vor allem durch seine zahlreichen Gruselkrimis bekannte Schriftsteller Edgar Wallace, welcher für das Verfassen des Scripts gewonnen werden konnte, an einer Lungenentzündung verstorben, noch bevor die Dreharbeiten begonnen hatten. Besonders detailfreudig und umfangreich sind die Erklärungen der bahnbrechenden Spezialeffekte, die dem Riesenaffen zu cineastischen Leben verhalfen. In chronologischer Reihenfolge werden die einzelnen Szenen des Filmes analysiert, beginnend bei den Dinosaurierauftritten auf der Monsterinsel bis hin zum legendären Showdown auf der Spitze des Empire State Buildings.

Orville Goldner, Co-Autor des Buches, war persönlich an der Produktion des Klassikers beteiligt und konnte dementsprechend auf eigene Erfahrungen und Erinnerungen an die schwierige Geburt King Kongs zurückgreifen. Er berichtet über die Zensurmaßnahmen, die ergriffen wurden, weil manche Szenen des Filmes zu brutal oder einfach zu gewagt (Fay Wray´s Entblätterung) für die damalige Zeit waren. Ferner geht The Making of King Kong auf die vorherigen Arbeiten der Regisseure und Effektleute ein und berichtet über das unvermeidliche Sequel Son of Kong. Rund zweihundert Fotos und Produktionsskizzen, die zum Teil erstmals in diesem Buch veröffentlicht worden sind, ergänzen die Kapitel zum besseren Verständnis.

Leider ist dieses Buch relativ schwer zu bekommen, aber Douglas Turner, Sohn des mittlerweile verstorbenen zweiten Autors George E. Turner, arbeitet an einer neuen Ausgabe. Außerdem veröffentlicht er eine Reihe von CDROMs mit Daten aus dem Archiv seines Vaters, die den Umfang des Buches gesprengt hätten. Die erste CDROM ist mittlerweile unter dem Titel George Turner´s Kongofiles erschienen. Auf folgender Seite kann man sich über den Inhalt dieser Serie informieren: http://www.sculptureone.com/kong

 
Orville Goldner,
George E. Turner
 
The Making of
King Kong
 
 
Format Paperback, 287Seiten
Verlag Ballatine Books
ISBN 0-345-25826-6-495
Erscheinungsdatum 1975
UVP 4.95 Dollar
 
 
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© Christian Lorenz
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