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Das Lexikon des Science Fiction-Films
ist 1997 in einer runderneuerten und aktualisierten siebten
Ausgabe erschienen und dabei auf über 1100 Seiten angewachsen,
aufgeteilt auf zwei Bände in einem stabilen Pappschuber.
Eine stolze Anzahl von rund 2000 Filmen werden in den Büchern
vorgestellt, die Reise beginnt bei George Méliès´
Die Reise zum Mond aus dem Jahre
1902 und endet bei Star Trek VIII
Der erste Kontakt von 1996. Wer einen Blick in das
Buch riskiert, wird sehr schnell von dem erfrischend lockeren
Schreibstil begeistert sein, mit dem die beiden Autoren Ronald
M. Hahn und Volker Jansen an die Aufgabe herangehen. Im Gegensatz
zu ihrem Lexikon des Horrorfilms,
in dem sie selbst Klassiker wie Das Omen
als Unfug abgestempeln, werden die Streifen hier
weitgehend fair behandelt. Die Rezensionen sind zwar garantiert
nicht objektiv, doch bereits im Vorwort wird deutlich, dass
dies auch gar nicht beabsichtigt war: das Lexikon
des Science Fiction-Films ist ein Buch von Fans für
Fans, und soll keine wissenschaftliche Abhandlung darstellen.
Schade ist, dass sehr viele Rezensionen in den beiden Büchern
ausschliesslich aus Zitaten aus anderen Film-Enzyklopädien,
Zeitschriften und Tageszeitungen bestehen, so dass die persönliche
Meinung der Autoren oft im Verborgenen bleibt. Ärgerlich
ist es ausserdem, wenn dabei Texte zusammengewürfelt
werden, die zwei völlig verschiedene Standpunkte vertreten
so wird James Camerons The Abyss
auf der einen Seite als lächerlich bis langweilig
beschrieben und im selben Abschnitt plötzlich von einem
grandiosen Feuerwerk an Eindrücken gesprochen.
Es fällt schwer, sich anhand solcher Gegensätze
eine Meinung zu einem Film zu bilden, falls man ihn noch nicht
selbst gesehen hat. Ein weiterer Minuspunkt ist, dass nur
Filme behandelt werden, die im deutschen Sprachraum veröffentlicht
wurden. Ausländische Produktionen, die hierzulande weder
im Kino, im Fernsehen noch auf Video erschienen sind, werden
schlichtweg ignoriert.
Im Anhang werden, wie es sich für ein Lexikon dieser
Art gehört, alle Filme anhand von Original- und Alternativtiteln
aufgelistet, so dass man schnell zum gesuchten Ziel gelangt.
Weiterhin findet man eine Liste mit allen vertretenen Regisseuren
und ihren Filmen, die im Lexikon des Science
Fiction-Films vorgestellt werden. Als kleines Schmankerl
gibt es obendrein ein Kapitel, in dem die Autoren verschiedene
immer wiederkehrende Motive der Science Fiction-Unterhaltung
anhand von Filmbeispielen (bis 1985) aufgeführen
beispielsweise sind Einträge, die von Zeitreisen, Apokalypsen
oder Androiden handeln, zu Gruppen zusammengefasst.
Das Lexikon des Science Fiction-Films
gewährt einen interessanten und auch humorvollen Einblick
in die Welt des utopischen Kinos. Weil aber häufig neben
der Inhaltsangabe nur wenig Hintergrund-Informationen geliefert
werden, sollte man zunächst einmal Phil Hardy´s
ausführlicheres Referenzwerk Die Science
Fiction-Filmenzyklopädie in die eigene Bibliothek
aufnehmen. Für den Fall, dass man dann immer noch nicht
genug Lesestoff zum Thema hat und an weiteren Kritiken interessiert
ist, kann man immer noch auf Hahns und Jansens Buch zurückgreifen.
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