Die Subgenres des Thrillers
  Erotikthriller sind im Prinzip Psychothriller, die mit einem gehörigen Schuss Erotik angereichert werden. Die treibende Kraft eines Erotikthrillers ist die enge Beziehung zweier Personen, die in einen Strudel aus Gewalt, Leidenschaft und Hörigkeit gerissen werden. In den 80ern war der bekannteste und umstrittenste Film dieser Gattung Adrian Lyne´s spielfilmlanger Videoclip 9 ½ Wochen, in dem   eine junge Frau zum Lustobjekt eines Sadisten wird. Ein Jahrzehnt später trieben Sharon Stone´s heisse Auftritte in Basic Instinct den amerikanischen Moralaposteln die Schamesröte ins Gesicht. Weitere populäre Streifen dieser Art sind Sea of Love - Melodie des Todes, in dem sich ein Cop in eine vermeintliche Mörderin verliebt und David Lynch´s eigenwillige Lovestory Wild at Heart.  
 
Vorwiegend aus Italien stammt eine besonders extreme Form des
  Thrillers: der Giallo. Die Ursprünge dieses Genres liegen in den Schauergeschichten von Edgar Wallace, der in den ersten Jahren des letzten Jahrhunderts eine Unmenge an Kriminalromanen veröffentlichte. Italienische Autoren griffen die Thematik der Wallace-Geschichten auf und erschufen in den 30er und 40er Jahren den Giallo-Thriller, der sich im Gegensatz zur amerikanischen "Pulp Fiction" durch einen höheren Anteil an Gewalt und Sex unterschied, was sich später auch in den Filmen fortsetzte. Die Killer des Giallo-Kinos sind keine "Standardmörder" mit Pistolen, sondern sie nutzen recht häufig Skalpelle, Sägen, Bohrer und ähnliche Gegenstände, die man so   im Baumarkt um die Ecke findet. Zu den bedauernswerten Opfern der Giallo-Killer gehören meistens hübsche junge Damen, die in den krassesten Vertretern dieser Filmgattung wie zum Beispiel Lucio Fulci´s New York Ripper auf zutiefst frauenfeindliche Weise hingerichtet werden. Die Filmära des Giallo begann in den 60ern mit Mario Bava´s Blood and Black Lace, doch heutzutage bringt man dieses Genre in erster Linie nur noch mit Dario Argento (Deep Red) in Verbindung. Das italienische Wort "giallo" bedeutet übrigens nichts anderes als "gelb" - eine Anspielung auf die Schutzumschläge der Giallo - Romane, welche diese Farbe trugen.
  Ein Psychothriller zeichnet sich dadurch aus, dass einer der Protagonisten einen ziemlichen Dachschaden hat - sei es in Form sexueller Komplexe, krankhafter Eifersucht oder einfach nur sadistischer Gewaltphantasien. Die Spannung beziehen die Filme dieser Gattung aus der Situation, dass dieses anormale Verhalten zunächst im Verborgenen bleibt. Die Person ist auf der einen Seite   freundlich und hilfsbereit, korrekt gekleidet und übt einen alltäglichen Beruf aus, aber auf der anderen Seite offenbaren sich seelische Abgründe, die im Falle von Vorzeige-Killer Norman Bates (Psycho) bis zur kompletten Schizophrenie führen können. Weitere Beispiele sind Der Feind in meinem Bett, die Stephen King-Adaption Misery und die Stepfather-Trilogie.  
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© Christian Lorenz
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