Mitten im Bermuda-Dreieck vermutet der Ozeanograph Professor Aitken das sagenumwobene Reich Atlantis. Gemeinsam mit seinem Sohn Charles, dem Tauchspezialisten Collinson und einer Handvoll seetüchtiger Männer begibt er sich auf die Suche nach den Überresten jener versunkenen Kultur. Zunächst scheint das Glück den Abenteurern wohlgesonnen zu sein, denn gleich bei der ersten Erkundung des Meeresbodens mit einer kleinen Tauchglocke entdeckt man eine goldene Statue, die wie ein Wegweiser vor dem Eingang einer dunklen Höhle aufgestellt wurde. Plötzlich werden die Männer von einem gigantischen Kraken attackiert, der die Tauchglocke mit seinen langen Fangarmen in die Höhle schleudert. Hier wird das Gefährt von einer starken Strömung gepackt und tief ins Innere eines langen Tunnels gezogen. Der Gedanke an einen feuchten Tod lässt den Männern das Blut in den Adern gefrieren, doch ganz unverhofft strahlt Tageslicht durch die winzigen Fenster der Tauchglocke. Auf unglaubliche Weise scheint sich die Theorie des Professors zu bestätigen: Atlantis existiert tatsächlich... und zwar in einem gewaltigen Hohlraum unter dem Ozean!

Zum allgemeinen Erstaunen stösst man auf einen Fremden namens Atmir, der die Reisenden in eine nahegelegene Stadt führt. Hier lebt das Volk der Atlanter - Ausserirdische vom Stern Alpha Centauri, die sich in der unterseeischen Höhle einen neuen Lebensraum geschaffen haben. Die dem ersten Anschein nach freundlich gesonnenen Wesen entpuppen sich schnell als fiese Tyrannen, die Menschen von der Meeresoberfläche entführen und versklaven. Als die Neuankömmlinge in eine Auseinandersetzung mit den Gastgebern verwickelt werden, soll auch ihnen das gleiche Schicksal widerfahren. Eine Flucht scheint unmöglich, denn trotz ihrer verzweifelten Lage bieten ihnen die dicken Stadtmauern Schutz vor riesigen Ungeheuern, die sich in der ungemütlichen Sumpflandschaft von Atlantis tummeln...

Wieder einmal sind es mutige Wissenschaftler, die auf abenteuerliche Weise eine fremdartige Welt entdecken und dabei über allerlei grosswüchsiges Ungeziefer stolpern. Damit reiht sich Tauchfahrt des Schreckens gezielt in die insgesamt vier Filme umfassenden Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Kevin Connor und dem Produzenten John Dark ein, der neben den beiden Caprona-Abenteuern auch der Heuler Der sechste Kontinent entsprungen ist. Im Gegensatz zu den drei Vorgängern basiert das Drehbuch nicht auf einer Romanvorlage von Edgar Rice Burroughs, sondern einem Originalskript von Brian Hayles, welches er im August 1977 fertigstellte und zunächst den simplen Titel Atlantis trug. Der Name wurde jedoch schnell wieder verworfen, weil man sich auf einen Film von George Pal besann, der zu Beginn der 60er Jahre erschienen ist und den Titel Atlantis, the Lost Continent trug. So änderte man den Namen zunächst in Seven Cities of Atlantis, um ihn kurz darauf erneut zu verwerfen. Diesmal war es der US-Distributor Columbia, der sich für eine Titelkorrektur einsetzte. Auslöser war eine gefloppte Fernsehserie namens Man from Atlantis, mit der man der Film nicht in Verbindung bringen wollte. Der neue Favorit war schliesslich Warlords of the Deep, der wiederum wegen Namensähnlichkeit zum Corman-Vehikel War-Gods of the Deep endlich in Warlords of Atlantis geändert wurde!

Der Monsterfan wird an Tauchfahrt des Schreckens seine Freude haben, wenn die Akteure es mit Seeschlangen, Riesenschildkröten und ähnlichen Kreaturen zu tun bekommen. Gelungen ist vor allem der Auftritt eines grossen Kraken, der schon in den ersten Filmminuten die Tentakel nach den Forschern ausstreckt und von der Filmcrew liebevoll "Superocto" genannt wurde. Natürlich merkt man dem Streifen zu jedem Zeitpunkt an, dass das Etat relativ knapp bemessen war, aber wegen der phantasievollen Umsetzung des Drehbuches kann man getrost darüber hinwegsehen. Doug McClure darf wieder einmal den toughen Helden spielen und das Herz der atlantischen Schönheit Delphine (Lea Brodie) erobern. In der Rolle des Atlanterkönigs Atraxon ist Daniel Massey zu sehen. Für seinen Part war zunächst Genreveteran Peter Cushing vorgesehen, der jedoch mit anderen Projekten beschäftigt war und somit leider ausfiel. Das Ende des Filmes lässt vermuten, dass man insgeheim eine Fortsetzung plante, weil Collinson das Mädchen bei seiner Flucht aus dem Reich der Atlanter in der Sklaverei zurücklassen muss. Doch zu einem Sequel kam es nicht mehr, weil die Amicus-Studios mittlerweile bankrott waren und John Dark kein Interesse an einer Fortführung der Geschichte zeigte.

 
Tauchfahrt des Schreckens

Warlords of Atlantis

 
 
 
Alternativtitel:

Atlantis - Tauchfahrt des Schreckens

 
GB, 1978
84 Minuten, Farbe
 
 
Regie
Kevin Connor
Drehbuch
Brian Hayles
Kamera
Alan Hume
Musik
Michael Vickers
Schnitt
Bill Blunden
Effekte
Roger Dicken
 
John Richardson
 
George Gibbs
Produktion
John Dark
 
 
Doug McClure
Greg Collinson
Peter Gilmore
Charles Aitken
Shane Rimmer
Captain Daniels
Lea Brodie
Delphine
Daniel Massey
Atraxon
Michael Gothard
Atmir
Hal Galili
Grogan
John Ratzenberger
Fenn
Robert Brown
Briggs
Derry Power
Jacko
Donald Bisset
Professor Aitken
Ashley Knight
Sandy
   
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