Würden Sie Ihre Gesundheit einem Arzt anvertrauen, dessen Patienten kurze Zeit nach einer Untersuchung das Zeitliche segnen? Wohl kaum... und so ist es nicht verwunderlich, dass die Einwohner des kleinen Provinznestes Canaima dem neu zugezogenen Dr. Ross Jennings mit Misstrauen begegnen, als sich mehrere unerklärliche Todesfälle unter seinen Patienten häufen. Schon bald trägt Jennings den unschönen Spitznamen "Dr. Death". Wenig erbaulich verläuft auch ein Gespräch mit Dr. Metcalf, seinem in die Jahre gekommenen Vorgänger, der ihm offensichtliche Fehldiagnosen unterstellt und somit zusätzlich Steine in den Weg legt. Nicht gerade ein herzlicher Empfang für Jennings...

Nach einiger Zeit entdeckt der Arzt, dass aller Wahrscheinlichkeit nach ein Gift für die Todesfälle verantwortlich ist, welches durch den Biss eines winzigen Tieres übertragen wird. Dem zur Unterstützung herbeigerufenen Insektenforscher Dr. Atherton ist schnell klar, dass es sich bei dabei um Spinnen handeln muss... und zwar eine seltene und höchst gefährliche Gattung aus dem Regenwald Venezuelas, die er selbst von einer Expedition aus dem Dschungel unbewusst im Sarg eines plötzlich verstorbenen Reisegenossen "importiert" hat! Die Entdeckung des Entomologen lässt für Jennings eine Welt zusammenbrechen, da er selbst unter einer krankhaften Angst vor Spinnen leidet und in Panik ausbricht, wenn ihm nachts eines dieser possierlichen Tierchen über den Weg läuft... Schlimmer noch: mittlerweile haben sich die spanischen Krabbler mit einheimischen Spinnen gepaart und damit eine neue und weitaus angriffslustigere Spezies ins Leben gerufen, die zu allem Übel auch ausgerechnet Scheune und Keller des Arztes als Wohnsitz auserkoren hat und von hier aus eine Invasion startet...

1990 gründete der Disney-Konzern das Label "Hollywood Pictures", um Spielfilme zu veröffentlichen, die auf ein erwachsenes Publikum zugeschnitten waren (Die Hand an der Wiege, The Rock) und die man somit nicht direkt mit dem Namen "Disney" als Garant für gewaltfreie Kinderunterhaltung in Verbindung bringen sollte. Gleich die erste Produktion des neuen Labels war Arachnophobia, das 31 Millionen Dollar teure Regiedebüt des langjährigen Spielberg-Produzenten und 2nd Unit-Directors Frank Marshall. Mit dem Spinnenhorror gelang ihm eine spannungsgeladene Hommage an die "Bug Movies" der 50er Jahre, auch wenn seine achtbeinigen Kreaturen nicht unbedingt die Körpermasse einer Tarantula oder jener Ameisen aus Them! erreichen. Denn Marshall´s Schauereffekte basieren nicht auf zu gigantischen Ausmassen herangewucherte Krabbeltieren, sondern auf einer Armee kleiner Spinnen, die ihren Opfern in ganz alltäglichen Situationen unerwartet begegnen... und sich das Publikum dadurch eher mit den plötzlich aufkreischenden Filmfiguren identifizieren kann, die sich beispielsweise bei der abendlichen Fernsehberieselung statt einer Handvoll Popcorn ganz plötzlich eine dicke Spinne zwischen die Zähne schieben wollen! Natürlich kommt in Arachnophobia auch der Humor nicht zu kurz. Neben den Bürgern der Kleinstadt mit all ihren Macken und Tugenden hat besonders John Goodman als Kammerjäger einen einprägsamen Kurzauftritt, der neben den neuesten Errungenschaften wie Chemischer Keule gerne auch seine Schuhsohlen benutzt, um dem Ungeziefer den Garaus zu machen. Die alten Hausmittelchen sind halt immer noch am wirksamsten...

Die achtbeinigen Statisten dürften nicht nur im Film für zu Berge stehende Haare verantwortlich sein, sondern haben auch während der Aufnahmen für einige Aufregung gesorgt. Zeitweise wurde der Drehort von bis zu zweihundert Spinnen in Besitz genommen, die sich allerdings als nur wenig fotogen erwiesen und so immer wieder die Flucht ergriffen. Für komplizierte Szenen kamen mechanische Doubles zum Einsatz, die mit viel handwerklichem Geschick von Chris Walas hergestellt wurden. Für den Effektkünstler keine leichte Aufgabe, denn im Gegensatz zu seinen randalierenden Fantasiegeschöpfen aus Gremlins mit viel Raum für elektronische Innereien musste er hier viel Technik im filigranen und relativ kleinen Körper einer Spinne unterbringen... Da ist es nicht verwunderlich, dass das grösste Modell eine "Spannweite" von knapp zwei Metern aufwies.

 
Arachnophobia
Arachnophobia
 
 
 
USA, 1990
110 Minuten, Farbe
 
 
Regie
Frank Marshall
Drehbuch
Don Jacoby
Wesley Strick
Kamera
Mikael Salomon
Musik
Trevor Jones
Schnitt
Michael Kahn
Effekte
Chris Walas
 
(Creature Effects)
 
Matt Sweeney
Produktion
Kathleen Kennedy
 
Richard Vane
Ausf. Prod.
Steven Spielberg
 
Frank Marshall
Co-Prod.
Don Jakoby
 
 
Jeff Daniels
Ross Jennings
Julian Sands
Dr. James Atherton
Harley Jane Kozak
Molly Jennings
John Goodman
Delbert McClintock
Brian McNamara
Chris Collins
Henry Jones
Dr. Sam Metcalf
Peter Jason
Henry Beechwood
Stuart Pankin
Sheriff Parsons
James Handy
Milton Briggs
Roy Brocksmith
Irv Kendall
Mark L. Taylor
Jerry Manley
Kathy Kinney
Blaire Kendall
Mary Carver
Margaret Hollins
   
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