Eine junge Frau verlässt eine Bar, um sich im nächtlichen New York auf den Heimweg zu machen. Plötzlich lauern ihr zwei Kerle auf, die sie um den Inhalt ihrer Handtasche erleichtern wollen. Sie kann sich losreissen und in einen nahegelegenen Park fliehen, während die beiden Strolche ihr dicht auf den Fersen sind. Im letzten Moment kann die Frau die Silhouette eines Polizisten erkennen. Doch bevor sie sich in Sicherheit wähnen kann packt sie der Gesetzeshüter an der Kehle und zerquetscht ihr Genick... der Maniac Cop ist unterwegs!

Schnell ist klar, dass der Mörder in den Reihen der Polizei zu suchen ist, da es Zeugen für die brutale Tat gibt und ausserdem weitere Gerüchte um einen irren Cop die Runde machen. Der Hauptverdacht richtet sich dabei gegen den jungen Beamten Jack Forrest - immerhin hat man seine Frau mit durchgeschnittener Kehle vorgefunden, kurz nachdem er sie bei einem Seitensprung erwischt hatte! Forrest wird vorläufig aus dem Verkehr gezogen, während der wahre Killer unerkannt seinen blutigen Streifendienst fortsetzt. Einzig Lieutnant McCrae ist sicher, dass man einen Unschuldigen der Serienmorde bezichtigt und entdeckt endlich eine heisse Spur, die ihn zu seiner langjährigen Kollegin Sally Noland führt. Diese hatte vor einigen Jahren ein Verhältnis mit Matt Cordell, einem von korrupten Politikern in den Knast geworfenen und dort von anderen Gefängnisinsassen ermordeten Cop. Ein Gespräch mit dem Leichenbeschauer Dr. Gruber bringt schliesslich die Wahrheit ans Licht, dass Cordell garnicht getötet, sondern lediglich schwer verletzt wurde und einen irreparablen Gehirnschaden erlitt...

Leider kommt es zu einer tödlichen Konfrontation zwischen McCrae und Cordell, bevor dieser die neu gewonnenen Erkenntnisse weitergeben kann. Um seine Unschuld zu beweisen, muss Jack nun die Festnahme des Killers selbst in die Hand nehmen. Die Verfolgung Cordell´s endet letzlich im Hafenbecken der Stadt - der Maniac Cop ertrinkt allem Anschein nach, als er mit einem geklauten Geldtransporter im trüben Wasser versinkt. Doch als wenig später das Fahrzeug geborgen wird, ist von dem Wahnsinnigen keine Spur zu finden...

Mit Maniac legte William Lustig den Grundstein für seine Karriere als Horror-Regisseur. Nach diesem berühmt-berüchtigten Slasher folgte mit Vigilante (hierzulande Streetfighters) ein Selbstjustizstreifen in bester Death Wish-Manier, der aber unbeachtet in den Videoregalen verstaubte. Danach war erst einmal für fast zwei Jahre Ruhe um den Filmemacher, der in diesem Zeitraum seinen Wohnsitz von New York nach Los Angeles verlegte und mit einigen Drehbüchern hausieren ging, die jedoch am seinen Budgetvorstellungen scheiterten. Maniac Cop konnte ihm schliesslich zu einem Comeback verhelfen - auch wenn der Horrorthriller weitgehend auf blutige Effekte verzichtet und stattdessen mit gelungenen Actioneinlagen aufwartet, die für das eigentlich geringe Produktionsetat von rund dreieinhalb Millionen Dollar beachtlich spektakulär aussehen. Das schnörkellose und solide inszenierte Werk nimmt Anleihen bei Freitag der 13., denn der murksende Gesetzeshüter entpuppt sich im Lauf der Geschichte (und der Sequels) als übernatürliches und schier unbesiegbares Monstrum. Den titelgebenden Charakter verkörpert Robert D´Zar (The Night Stalker), in den anderen Hauptrollen sind Bruce Campbell (The Evil Dead), Laurene Landon (Die Wiege des Schreckens) sowie Tom Atkins (Lethal Weapon) als sympathischer, aber leider wenig erfolgreicher Polizist zu sehen. Fans der härteren Horrorkost werden ihre Freude haben, wenn sie Sam Raimi, William Lustig höchstpersönlich und dessen Bruder Jason Lustig (der öfters in den Filmen seines nächsten Verwandten mitwirkt) in kleinen Cameos entdecken.

Die deutschen Moralapostel haben Maniac Cop weitgehend verschont, so dass der Film auch in der leicht gekürzten Fassung durchaus noch geniessbar ist. Es fehlen lediglich einige kurze Einstellungen bei der Ermordung Cordell´s, wo ihm mit Rasierklingen das Gesicht zerschnitten wird. Für das japanische Fernsehen gibt es eine um circa fünf Minuten erweiterte Fassung, die etwas mehr Handlung zu bieten hat. In dieser Version wird der Bürgermeister der Stadt vorgestellt, der Bedenken bezüglich des bevorstehenden Wahlkampfes äussert, solange der amoklaufende Uniformträger nicht hinter Schloss und Riegel sitzt... und letztlich von Cordell in die politischen Jagdgründe befördert wird, wobei die Kamera freundlich ausblendet.

 
Maniac Cop
Maniac Cop
 
 
 
USA, 1988
92 Minuten, Farbe
 
 
Regie
William Lustig
Drehbuch
Larry Cohen
Kamera
Vincent J. Rabe
Musik
Jay Chattaway
Schnitt
David Kern
Effekte
Jim Spinner
 
(Makeup-Effekte)
 
Hollywood Special Effects
Produktion
Larry Cohen
Ausf. Prod.
James Glickenhaus
Co-Prod.
Jef Richard
 
 
Tom Atkins
Frank McCrae
Bruce Campbell
Jack Forrest
Laurene Landon
Theresa Mallory
Richard Roundtree
Commissioner Pike
William Smith
Captain Ripley
Robert Z´Dar
Matt Cordell
Sheree North
Sally Noland
Nina Aversen
Regina Sheperd
Sam Raimi
Reporter
Jef Richard
Zeuge
William Lustig
Hotelmanager
Jason Lustig
Squad Commander
   
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