Zunächst unbemerkt von der Bevölkerung des nahegelegenen Städtchens San Angelo schlägt ein Meteorit in die Wüste ein und übersät die Gegend mit Tausenden faustgrosser Bruchstücke. Erst als man einige zu Stein erstarrte Bürger der Stadt entdeckt, kommt man dem ausserirdischen Übel auf die Spur: offensichtlich bestehen die Trümmer des kosmischen Geschosses aus einem Element, welches irdischen Lebewesen das Silikon entzieht und sie somit in eine Totenstarre versetzt! Der Geologe David Miller ist zunehmend beunruhigter über die aussergewöhnliche Situation, zumal er herausfindet, dass die Steine beim Kontakt mit Wasser Hunderte von Metern in die Höhe schiessen, daraufhin wegen des enormen Gewichtes zusammenstürzen und die neuen Splitter wiederum zu Wachsen beginnen...

Nach einem Wolkenbruch geschieht das Unfassbare: eine gigantische Steinlawine wälzt sich langsam, aber unaufhaltsam durch ein enges Tal auf San Angelo zu und droht, alles unter Tonnen von Geröll zu begraben. Miller entdeckt nach einigen Nachforschungen, dass nur Salzwasser in der Lage ist, das rasante Wachstum der Steine zu stoppen. Aber woher soll man das so dringend benötigte nasse Element in der erforderlichen Menge beziehen... schliesslich befindet man sich mitten in der Wüste?

Die 50er Jahre waren das Jahrzehnt der Riesenmonster - da krabbelten haushohe Spinnen über die Leinwand (Tarantula), versetzten ins Riesenhafte mutierte Ameisen eine Stadt in Angst und Schrecken (Formicula) und schliesslich erblickte auch zu dieser Zeit im fernen Japan Godzilla, der König der Monster, das Licht einer radioaktiv strahlenden Welt. Die Idee zu The Monolith Monsters kam von niemand Geringerem als Jack Arnold höchstpersönlich, der gemeinsam mit Robert M. Fresco die verrückte Story um die wuchernden Steingebilde entwarf und die Regie für diesen unterhaltsamen Klassiker an John Sherwood übertrug, da er zu diesem Zeitpunkt mit einem anderen Projekt beschäftigt war. Der unter dem Arbeitstitel Monolith gedrehte Science Fiction-Film war Sherwood´s zweite Arbeit als Regisseur nach dem Schrecken vom Amazonas-Sequel Das Ungeheuer ist unter uns und es ist nicht zu übersehen, dass er sich manch guten Ratschlag seines Schirmherren Arnold zu Herzen genommen hat. Im gleichen Jahr entstand übrigens ein weiterer Film mit ganz ähnliches Thematik: in The Night The World Exploded dreht es sich um Steine, die tief im Erdinneren beim Kontakt mit Sauerstoff explodieren und den Globus in ein Pulverfass verwandeln...

Die Effekte in The Monolith Monsters gehen auf das Konto von Clifford Stine, der in diesem Film überwiegend einfache Miniaturbauten benutzte und die zusammenfallenden Modell-Monolithen im Zeitlupen-Verfahren ablichtete. Trotz der Einfachheit der Tricks sehen die Ergebnisse gewaltig aus und machen diesen charmante Streifen zum Pflichtprogramm für Liebhaber der "Giant Monster Movies" der 50er. In den Hauptrollen befinden sich mit Grant Williams und Les Tremayne zwei Science Fiction-erprobte Darsteller - Williams spielte in Jack Arnold´s Die unglaubliche Geschichte des Mr. C einen Mann, der auf die Grösse eines Stecknadelkopfes schrumpft und dadurch ebenfalls mit riesigen "Ungeheuern" wie Spinnen oder Katzen konfrontiert wird... freilich aus anderer Perspektive. Tremayne war zuvor im Kampf der Welten zu sehen und zwei Jahre später in dem Heuler Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort. Teile der musikalischen Untermalung dürften aus den Filmen The Deadly Mantis und Das Ungeheuer ist unter uns bekannt sein.

 
Das Geheimnis des Steinernen Monsters
The Monolith Monsters
 
 
 
USA, 1957
75 Minuten, schwarz/weiss
 
 
Regie
John Sherwood
Drehbuch
Norman Jolley
Robert M. Fresco
Kamera
Ellis W. Carter
Musik
Joseph Gershenson
Schnitt
Patrick McCormack
Effekte
Clifford Stine
Produktion
Howard Christie
 
 
Grant Williams
Dave Miller
Lola Albright
Cathy Barrett
Les Tremayne
Martin Cochrane
Phil Harvey
Ben Gilbert
Trevor Bardette
Prof. Arthur Flanders
William Flaherty
Polizeichef Carey
Harry Jackson
Dr. Steve Hendricks
Richard Cutting
Dr. Raynolds
Linda Scheley
Ginny Simpson
Dean Cromer
Polizist
Steve Darrell
Joe Higgins
   
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© Christian Lorenz
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