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Mitten in der Einöde Arizonas vollzieht sich bedingt durch
kosmische Phänomene eine Veränderung in der Tierwelt:
die einheimischen Ameisen erleben einen gigantischen Evolutionssprung
und entwickeln innerhalb kürzester Zeit Intelligenz und taktisches
Verhalten. Die verschiedenen Ameisenvölker begraben ihre Feindseligkeiten,
vermehren sich zu einem riesigen Heer und entvölkern ein grosses
Gebiet. Die ansässigen Farmer ergreifen die Flucht, zurückgebliebene
Tiere fallen den Insekten zum Opfer.
Der Biologie Ernest Hubbs und der auf Kommunikationsarten in der
Tierwelt spezialisierte Forscher James Lesko errichten mitten in
dem befallenen Landstrich ein hermetisch abgedichtetes Versuchslabor,
um das zunehmend bedrohlichere Verhalten der Ameisen genauer unter
die Lupe zu nehmen. Zunächst verhalten sich die Insekten ruhig,
doch als die Forscher ein turmartiges, von den Tieren errichtetes
Gebilde mutwillig zerstören, rächen sich die Ameisen durch
einen Angriff auf eine nahegelegene Farm. Nur das Mädchen Kendra
überlebt dort die Attacke. Die beiden Forscher nehmen das verstörte
Mädchen auf und verschanzen sich in der Enge des Labors, denn
nun gilt die ganze Aufmerksamkeit der enorm anpassungfähigen
Tiere ihnen...
Mit den ihnen zur Verfügung stehenden Apparaturen gelingt es
Lesko schliesslich, eine primitive Kommunikation mit den Belageren
aufzubauen und erfährt, dass die Ameisen ein menschliches Opfer
verlangen. Kendra geht natürlich davon aus, dass sie damit
gemeint ist, weil sie dem Ameisenheer entkommen konnte. Früh
am nächsten Morgen schleicht sie sich heimlich aus dem Laboratorium
und verschwindet spurlos. Hubbs, durch das Gift einer Ameise körperlich
sehr geschwächt, folgt ihr und findet den Tod, als er in Falle
der Ameisen stürzt. Lesko wagt es daraufhin selbst, sich den
kleinen Plagegeistern zu stellen. Durch einen Tunnel dringt er bis
zur Ameisenkönigin vor und findet hier das verschollene Mädchen.
Er muss feststellen, dass sie beide die geforderten Opfer sind...
und selbst zum Teil eines grossen Planes geworden sind, der auf
die Eroberung der Erde zielt.

In den 70er Jahren entstanden eine ganze
Reihe von Horrorstreifen, in denen sich die Natur am Menschen für
dessen Untaten rächt. Das Publikum wurde mit schleimigen Amphibien
(Frösche), giftigen Mörderspinnen
und ekligem Gewürm (Squirm) konfrontiert,
aber ausgerechnet ein Film mit vergleichsweise harmlosen Ameisen
kann zu den besten Beiträgen mit dieser Thematik gezählt
werden. Aufwändige Spezialeffekte wird man in dem klaustrophobischen
und bis zum Finale hin spannenden Film Phase IV
vergeblich suchen, denn den Schrecken bezieht die düstere Zukunftsvision
aus dem fast dokumentarischen Stil und spektakulären Miniaturaufnahmen,
die den Zuschauer in den Mikrokosmos der Ameisen entführen.
Die Sequenzen aus der Perspektive der kleinen Hauptdarsteller wurden
von Ken Middlehorn inszeniert, der auch die Insekten für den
Horrorfilm Feuerkäfer zum beeindruckenden
"Leinwanddebüt" verhalf.
Phase IV war die erste und leider auch
einzige Regiearbeit von Saul Bass, der sich vor allem als Titeldesigner
einen Namen machen konnte. Er entwarf zum Beispiel die Vorspann-Sequenzen
von Der Rosenkrieg, Carmen
Jones und Vertigo - Aus dem Reich der Toten
und übernahm bei anderen bekannten Hollywoodschinken die zweite
Regie (Spartacus, Grand
Prix). Ganz nebenbei konnte Bass auch den berühmtesten
Mord der Filmgeschichte für sich verbuchen, denn er zeichnete
das Storyboard für Hitchcock´s Psycho
und inszenierte (uncredited) den Duschmord, der nachträglich
vom Suspense-Meister nur noch wenig verändert wurde! Saul Bass
verstarb 1996.
Von den anderen Tierhorrorfilmen hebt sich Phase
IV dadurch ab, dass der Film keinen Heldencharakter als Identifikationsfigur
bietet und weiterhin auch keine Erklärung für die mysteriöse
Evolution der Ameisenvölker liefert. Auch das Ende bietet keinen
Anhaltspunkt für einen positiven oder negativen Ausgang der
Geschichte - ein Stilmittel, dass in dieser Zeit recht häufig
benutzt wurde. Leider zwangen die Produzenten den Regisseur dazu,
neben einigen kleineren Szenen auch das ursprünglich vorgesehene
Ende komplett herauszuschneiden. Ganze acht Minuten fielen so der
Schere zum Opfer. Interviews zufolge bot die erste Fassung des Finales
einen mystischen Licht-Trip, der wohl zu stark an Kubricks 2001
- Odyssee im Weltraum erinnert hatte. Phase
IV gewann1975 auf dem Filmfestival der Science Fiction in
Triest den Grand Prix.
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USA, 1973
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80 Minuten, Farbe
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Regie
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Saul Bass
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| Drehbuch |
Mayo Simon
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Kamera
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Dick Bush
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Ken Middleham
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(Miniaturaufnahmen)
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Musik
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Brian Gascoigne
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Stomu Yamashita
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Schnitt
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Willy Kemplen
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Effekte
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John Richardson
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Produktion
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Paul B. Radin
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Nigel Davenport
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Ernest Hubbs
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| Michael Murphy |
James Lesko
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| Lynne Frederick |
Kendra
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| Alan Gifford |
Mr. Eldridge
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| Robert Henderson |
Clete
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| Helen Horton |
Mrs. Eldridge
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