Bei einem Waldspaziergang stolpert die junge Schriftstellerin Bobbi Anderson über die Spitze eines metallischen Gegenstandes, der ein winziges Stück aus dem Boden ragt und bei Berührung in einem seltsamen grünen Licht schimmert. Neugierig und fasziniert von ihrem Fund beginnt sie, das Objekt freizulegen und muss erkennen, dass ihre Entdeckung gigantische Dimensionen haben muss. Schon nach kurzer Zeit ist sie wie besessen davon, das Geheimnis des mysteriösen Objektes zu lüften. Im Lauf der nächsten Tage gesellen sich andere Einwohner der nahegelegenen Stadt Haven dazu, um sie bei den Ausgrabungen zu unterstützen. Jim Gardener, ein alkoholabhängiger und dem Erfolg hinterherlaufender Dichter und gleichzeitig Bobbis Freund, beobachtet das merkwürdige Verhalten mit zunehmendem Unbehagen. Wie eine schleichende Epidemie zieht der Gegenstand im Wald, der mittlerweile die Form eines Tempels oder einer ähnlichen Kultstätte angenommen hat, die Bürger der Stadt in seinen Bann.

Trotz der anstrengenden und stundenlangen Schaufelei scheint jene unbekannte Anziehungskraft zunächst nur positive Auswirkungen auf die Bevölkerung zu haben, denn innerhalb kürzester Zeit lassen die Hobby-Archäologen ein ungeheures kreatives Potential erkennen und erfinden die verrücktesten Maschinen. Bobbi entwickelt zum Beispiel aus einer alten Schreibmaschine und allerhand Haushaltsutensilien, die sie in den hintersten Winkeln ihres Kellers aufstöbert, einen Apparat, der in der Lage ist, ihre Träume zu Papier zu bringen. Andere Einwohner können mit einer modifizierten TV-Fernbedienung unliebsame Mitmenschen auf Knopfdruck "wegzappen" oder sogar Gedanken lesen! Einzig Jim scheint durch eine Metallplatte, die er seit einem Unfall in seinem Kopf trägt, immun gegen die bewusstseinserweiternde Strahlung zu sein, die von dem metallenen Gebilde im Unterholz ausgeht. Langsam regt sich bei ihm der Verdacht, dass es sich um eine Fliegende Untertasse handeln könnte, die dort schon seit Jahrhunderten vergraben liegt. Er soll recht behalten: nach weiteren Ausgrabungen stösst man endlich auf eine Öffnung, durch die man in das Innere des Raumschiffes eindringen kann - und stösst auf Aliens, welche die geistige Energie der Menschheit zum Überleben brauchen und eine Invasion planen!

Nachdem die von ABC-TV geschaffene Miniserie Stephen King´s Es im November 1990 entgegen der Erwartungen zu einem Quotenknüller wurde, entschlossen sich die Produzenten, schnell einen weiteren Roman des Schriftstellers zu einem TV-Zweiteiler zu verarbeiten. Man wählte den 700-Seiten-Wälzer The Tommyknockers, der schon alleine wegen dem beträchtlichen Umfang wie geschaffen war für eine mehrstündige Fernsehproduktion. Wie man es von King-Adaptionen gewöhnt ist, stellt Regisseur John Power zunächst alle Filmcharaktere ausführlich vor, so dass der Film einige Zeit braucht, um langsam in Fahrt zu kommen. Nur sehr schleppend hält das Grauen Einzug in den Ort, aber zum Glück weiss er die Spannungsschraube im letzten Akt des Geschehens geschickt anzuziehen. Im Prinzip erzählt Tommyknockers die gleiche Story wie die Invasionsfilme der 50er Jahre. Auch hier werden die Bürger einer kleinen Stadt von einer ausserirdischen Macht heimgesucht, die unbemerkt die Kontrolle an sich reisst. Wie in Die Dämonischen oder Invasion vom Mars gibt es nur wenige, welche die mysteriösen Veränderungen der Umgebung bemerken und im Prinzip nichts dagegen unternehmen können, weil der Feind praktisch überall lauern könnte.

Für das effektverwöhnte Publikum kann Tommyknockers natürlich einiges mehr bieten als die Klassiker der Vergangenheit... immerhin haben einige namhafte Trickspezialisten dem Film ihren Stempel aufgedrückt. Die ausserirdischen Kreaturen, die erst in den letzten paar Minuten zu sehen sind, wurden in den "Alterian Studios" (Armee der Finsternis) entworfen. Richard Taylor, Schöpfer der Braindead-Zombies, leistete auch einen kleinen Beitrag und entwarf gleichfalls einige Creature Effects... eine günstige Gelegenheit, da der zwölf Millionen teure Film in Neuseeland gedreht wurde! Die Besetzung besteht hauptsächlich aus Serienstars. Jimmy Smits, bekannt aus L.A. Law und Highwayman, brilliert als trinkfester Schreiberling. Ihm zur Seite steht Marg Helgenberger (Species). Ex-Porno-Queen Traci Lords (Der Vampir aus dem All) ist in einer Nebenrolle als liebestolle Postbeamtin zu sehen. In der Planungsphase des Filmes war übrigens Lewis Teague (Katzenauge, Cujo) als Regisseur vorgesehen, doch er musste sehr bald das Projekt verlassen, weil seine Ideen das Budget gesprengt hätten.

 
Tommyknockers:
Das Monstrum
The Tommyknockers
 
 
 
Alternativtitel:
Stephen King´s Tommyknockers
 
USA, 1992
176 Minuten, Farbe
 
 
Regie
John Power
Drehbuch
Lawrence D. Cohen
Kamera
Danny Burstall
 
David Eggby
Musik
Christopher Franke
Schnitt
Todd Feuerman
Effekte
Alterian Studios
Produktion
Jayne Bieber
 
Jane Scott
Ausf. Prod.
Frank Konigsberg
 
Larry Sanitsky
 
 
Jimmy Smits
James Gardener
Marg Helgenberger
Bobbi Anderson
Traci Lords
Nancy Voss
Joanna Cassidy
Sheriff Ruth Merrill
John Ashton
Butch Dugan
Leon Woods
Hilly
Paul McIver
Davy
Allyce Beasley
Robert Carradine
Cliff De Young
E.G. Marshall
   
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