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Yann Lepentrec - besser bekannt als "Dobermann" - ist
ein in ganz Frankreich gefürchteter Bankräuber. Sein Markenzeichen
ist eine auf Hochglanz polierte 357er Magnum, die er während
der Taufzeremonie von seinem Onkel geschenkt bekam und ihn nun seit
fast dreissig Jahren begleitet. Zur Ausübung seiner verbrecherischen
Pläne hat er eine nicht minder illustre Schar von Ganoven um
sich versammelt - da ist zunächst Pitbull, ein kaum kontrollierbarer
Messerschwinger, der jeden zu Schaschlik verarbeitet, der sich ihm
in den Weg stellt, aber andererseits ein Herz für Tiere und
hilfsbedüftige Omis hat; Dominique, der vorzugsweise im Priestergewand
herumläuft, ständig fromme Sprüche zum Besten gibt
und in seinem Gebetbuch eine Pistole versteckt hält; der Transvestit
Olivier, der im Tuntenfummel eine der Hauptattraktionen in der Technodisco
"Hell´s Club" ist; sowie Yann´s bildhübsche,
aber taubstumme Freundin Nat, die den Spitznamen "Zigeunerin"
trägt.
Als die schlagkräftige Clique ihren bislang spektakulärsten
Coup ausführt und gleich zwei Banken in Serie um einige Säcke
Bares erleichtert, übernimmt Kommissar Christini den Fall.
Dieser gilt bei seinen Kollegen als eiskalter und sadistischer Psychopath,
der mit brutalen Gestapo-Methoden sogar aus einem Unschuldigen ein
Geständnis herausfoltern würde... und dabei auch noch
Spass hätte. Doch gerade wegen dieser abartigen Neigung scheint
er der Einzige zu sein, der den Ganoven gefährlich werden könnte.
Als Christini sich Olivier schnappt, ihn vor der eigenen Familie
als Transvestit blossstellt und seinem Baby eine scharfe Handgranate
in die Wiege legt, rückt das Bandenmitglied notgedrungen den
Treffpunkt der "Dobermänner" heraus. Im "Hell´s
Club" prallen die beiden Parteien schliesslich aufeiander und
der blutige Showdown beginnt...

Der in den Niederlanden geborene Jan
Kounen lernte sein Handwerk als Regisseur von Werbespots und drehte
mehrere Kurzfilme, die er zum grossen Teil selbst finanzierte. Sein
erster veröffentlichter Film war der nur knapp fünfminütige
Gisèle Kérosène, den
er nach seinem Abschluss an der Kunsthochschule inszenierte. Auf
dem Filmfestival von Avoriaz gewann Kounen mit diesem Beitrag den
Preis für den besten Kurzfilm. Nach drei weiteren Quickies
entstand in zweijähriger Entstehungsphase Vibroboy,
eine endzeitlastige Superheldenstory, der ebenfalls viel Beachtung
gezollt wurde. Dobermann ist Kounen´s
erster abendfüllender Film und trotz des Fünf-Millionen-Euro-Budgets
nicht weniger konsequent und ungewöhnlich umgesetzt: schon
der Vorspann lässt darauf schliessen, dass man es hier ganz
bestimmt nicht mit einem konventionellen Film zu tun bekommt. Ein
computererzeugter Hund leckt die Credits von der Mattscheibe, schiesst
Löcher in diese und zollt den Darstellern Tribut, indem er
auf deren Namen pinkelt. Doch damit nicht genug, denn auch im weiteren
Verlauf der Geschichte werden jegliche Regeln des Filmemachens mit
Füssen getreten: der Film bietet keinerlei Identifikationsfiguren,
da ausnahmslos alle Charaktere einen mehr oder weniger grossen Hang
zur Gewalt haben und sich somit auch nicht in "Gut" und
"Böse", sondern allenfalls in "Böse"
und "Noch Böser" trennen lassen. Weiterhin strotzt
der Film nur so an blutigen Auseinandersetzungen und bissigem Humor.
Kurz gesagt: Dobermann macht einfach Spass!
Kounen bedient sich verschiedenster Mittel, um das Tempo seines
Filmes voranzutreiben. Er macht ausschweifend Gebrauch des Schnittcomputers
und setzt mitunter auch das "Splitting Screen"-Verfahren
ein, das dem Publikum das Mitverfolgen mehrerer Handlungen gleichzeitig
erlaubt. Der Zuschauer wird durch die ungewöhnlichen Kameraperspektiven
und den dröhnenden Soundtrack förmlich in das Geschehen
hineingezogen und es fällt nicht leicht, sich von dem dargebotenen
Spektakel nicht mitreissen zu lassen. Empfindliche Gemüter
sollten um Dobermann jedoch einen grossen
Bogen machen, da der Grossstadtwestern gerade im Finale nicht mit
Gewaltdarstellungen geizt. Tchéky Karyo (James
Bond 007 - Feuerball) verkörpert perfekt den kaltschnäuzigen
und erbarmungslosen Cop Christini, Vincent Cassel (Die
purpurnen Flüsse) alias "Dobermann" spielt
den zweifelhaften "Helden" des Filmes. An seiner Seite
ist das Ex-Model Monica Bellucci zu sehen, die auch im wirklichen
Leben mit Cassel zusammenlebt und ihr US-Debüt als Vampirbraut
in Bram Stoker´s Dracula gab.
Ebenso krank wie die Figuren ist auch der Humor in Dobermann:
zum Beispiel wird in einer Szene eine Prostituierte von ihrem Zuhälter
auf offener Strasse brutal zusammengeschlagen. Christini sieht begeistert
zu - etwas anderes würde man von seinem fiesen Charakter sowieso
nicht erwarten - aber ausgerechnet einer der untätig herumstehenden
Passanten trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Amnesty
International"... Das Drehbuch wurde von Joël Houssin
verfasst und basiert auf seiner Groschenromanserie Le
Dobermann, die Anfang der 80er Jahre erschienen ist.
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Frankreich, 1997
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112 Minuten, Farbe
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Regie
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Jan Kounen
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| Drehbuch |
Joel Houssin
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Kamera
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Michel Amathieu
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Musik
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Schyzomaniac
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Schnitt
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Benedicte Brunet
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Effekte
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Mac Guff Ligne
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(3D-Animation)
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Produktion
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Frederique Dumas
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Eric Neve
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Ausf. Prod.
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Marc Baschet
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Vincent Cassel
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Yann Lepentrec
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| Tchéky Karyo |
Christini
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| Monica Bellucci |
Nat
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| Antoine Basler |
Moustique
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| Chick Ortega |
Pitbull
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| Romain Duris |
Manu
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| Dominique Bettenfeld |
Dominique
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| Francois Levantal |
Léo
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| Stephane Metzger |
Olivier / Sonia
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| Pascal Demolon |
Lefévre
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| Marc Duret |
Baumann
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| Jan Kounen |
Yuppie Roquette
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| Eric Neve |
Bankkunde
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