Militärische Wissenschaftler haben einen biologischen Kampfstoff entwickelt, von dem ein derart enormes Risiko ausgeht, dass sogar die Regierung schliesslich kalte Füsse bekommt und die Weiterentwicklung des Projektes stoppt. Die Waffe, genannt "Bio-Force 1", soll nun mit einer Rakete auf den Mond geschossen werden, um sie ein für alle Male von unserem Planeten zu entfernen. Dummerweise stürzt die Kapsel mitten in den Wäldern Amerikas ab...

Schnell wird eine Eliteeinheit der Armee losgesandt, um die Absturzstelle zu lokalisieren und den Virus sicherzustellen. Die Soldaten unter der Führung von Lieutnant Hollinger können den Behälter nach einiger Sucherei entdecken und bergen. Dabei übersieht man jedoch ein winziges Leck, durch das einige Tropfen des Kampfstoffes entweichen: Hollinger wird infiziert! Angesichts einer scheusslichen Mutation, die er nach dem Kontakt mit dem Gift über sich ergehen lassen muss, erschiesst er seine gesamte Truppe, um jeden Zeugen des Vorfalls zu beseitigen. Lediglich der Soldat Trotter überlebt das Massaker. Seine Flucht führt ihn zu einem kleinen Haus, in dem die junge Frau Carol-Anne mit ihrem kleinen Bruder Jordie lebt. Natürlich hat Hollinger, dessen Metamorphose zu einem werwolfartigen Ungetüm mittlerweile vollzogen ist, die Spur längst aufgenommen. Als die drei Gejagten der Bestie plötzlich gegenüberstehen, apelliert Trotter mit der Kraft der Verzweiflung an seinen ehemaligen Vorgesetzten, dass ein guter Soldat niemals wehrlose Zivilisten töten würde... Und tatsächlich: das "Hollinger-Monster" ist von dem Geschwafel sichtlich beeindruckt, besinnt sich noch einmal an sein menschliches Dasein, salutiert und - man glaubt es kaum - begeht Selbstmord!

Denise Crosby mag ihren Ausstieg Star Trek - Das nächste Jahrhundert wohl bitter bereut haben, nachdem die Serie mit Star Trek VII - Treffen der Generationen den Sprung auf die grosse Leinwand geschafft hat. Während ihre alte Crew nun den Weltraum endlich im angemessenen Format bereist, hat sie eine zweifelhafte Karriere im Horrorfach eingeschlagen. Zwar findet man in ihrer Filmographie auch die ausgezeichnete King-Adaption Friedhof der Kuscheltiere, doch die grösste Präsenz hat sie in Trash-Movies, an die sich selbst hartgesottene Allesgucker nur mit reichlich Alkohol in greifbarer Nähe heranwagen. Zu jenen Werken gehören unter anderem Killing Dreams, der Puppenhorror Dolly Dearest und eben auch dieser hanebüchene Monsterstreifen, der das in diesem Business so beliebte Thema der Genmanipulation (Metal Beast, Proteus - Das Experiment) aufgreift und mit viel Blut und noch mehr unfreiwilligem Humor zum "Besten" gibt. So weiss Jordie, der kleine Bruder von Carol-Anne, mit Minen besser umzugehen als die Soldaten, die zeitweise den Eindruck erwecken, die kleinen Killerbakterien mit Maschinengewehrsalven unschädlich machen zu wollen und dabei soviel dummes Zeug von sich geben, dass es locker noch für zwei weitere Filme dieses Kalibers gereicht hätte. Absolute Krönung dieses Spektakels ist allerdings das "Hollinger-Monster", das entfernt an eine Kreuzung zwischen dem American Werewolf und dem Toxic Avenger erinnert und lediglich in der Lage ist, böse dreinzuschauen, die Beisser zu zeigen und zu geifern, was die Speicheldrüsen hergeben! Die Makeup-Effekte sind dagegen ganz ordentlich in Szene gesetzt worden und hin und wieder wird sogar ein wenig gesplattert, wenn die Krieger von der Kreatur zerpflückt werden. Als Vorbild diente dem Regisseur David A. Prior der Science Fiction-Hit Predator, von dem er nicht nur das "Monster-im-Dschungel"-Thema dreist kopiert, sondern auch gleich noch jene Szenen, welche die Verfolgung der Menschen aus der verzerrten Perspektive des Monsters zeigen (eine Art Infrarot-Sicht). Schrill ist auch Wilford Brimley, einer der lebenslustigen Senioren der beiden Cocoon-Filme, der in Bio-Force 1 als hochrangiger Militär stets mit Hawaiihemd und Sonnenbrille durch die Gegend stolziert...

 
Bio-Force 1
Mutant Species
 
 
 
Alternativtitel:
Bio-Force - Die Bestie
aus dem Genlabor
 
USA, 1995
95 Minuten, Farbe
 
 
Regie
David A. Prior
Drehbuch
William S. Vigil
David A. Prior
Kamera
Carlos Gonzalez
Musik
William T. Stromberg
 
John W. Morgan
 
Lennie Moore
Schnitt
Tony Malanowski
Effekte
Williams EFX
Produktion
Robert Willoughby
 
Michael W. Evans jr.
Ausf. Prod.
Patrick Francis
 
 
Leo Rossi
Hollinger
Ted Prior
Trotter
Denise Crosby
Carol-Anne
Grant Gelt
Jordie
Powers Boothe
Frost
Wilford Brimley
Devro
Grant James
Senator Roberts
Jackson Bostwick
Tex
Jack Verell
Jones
Mark Krasnoff
Lozano
Jimmy Steger
Wilie
Ronald McCall
McCall
   
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