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Ausgerechnet ein endloser Highway, Inbegriff für Freiheit
und den klischeehaften American Dream, soll für
den Handlungsreisenden David Mann zum Schauplatz eines tödlichen
Duells werden. Der Terror beginnt zunächst gemächlich,
als er einen schmutzigen und qualmenden Tankwagen überholt,
der ihm durch seine stinkenden Abgase die Luft zum Atmen raubt.
Kurzum überholt er den Koloss. Nur wenig später rast der
Truck mit einem Höllentempo wieder an ihm vorbei... und verlangsamt
seine Fahrt wieder. Offensichtlich hat David einen Witzbold vor
sich, dem die kalifornische Sonne zu lange auf´s Blech geschienen
hat. Doch der Spass hört auf, als er auf Handzeichen des Truckers
zum Überholen ansetzt und fast mit einem entgegenkommenden
Fahrzeug kollidiert. Will ihn der Trucker umbringen? Mit einer List
kann David den Sattelschlepper schliesslich hinter sich lassen,
doch schon wenige Meilen später taucht der staubige Kühlergrill
erneut in seinem Rückspiegel auf unerbittlich auf der
Jagd nach seiner Beute. Den fauchenden Atem des Trucks
im Nacken spürend, rast David eine abschüssige und kurvenreiche
Strecke hinunter, an deren Fuss er die Kontrolle über seinen
Wagen verliert und von der Strasse schleudert. Nach einem kurzen
Aufenthalt in einer Fernfahrerkneipe wagt er sich wieder auf die
Fahrbahn... oder besser: in die Arena! Denn bereits im nächsten
Tunnel wird David erwartet...

Steven Spielberg verdiente sich seine
ersten Lorbeeren beim US-Fernsehen, als seine Sekretärin ihn
auf die Kurzgeschichte Duel von Richard
Matheson (Die unglaubliche Geschichte des Mr.
C) aufmerksam machte, die im April ´71 im Playboy abgedruckt
war. Ohne zu zögern legte er die Story dem Produzenten George
Eckstein vor in der Hoffnung, die Leitung dieser Verfilmung übernehmen
zu können. Eckstein sagte zu, aber es konnte kein namhafter
und damit kassenträchtiger Star für die Hauptrolle gewonnen
werden. Zu den Darstellern, die an dem Projekt kein Interesse zeigten,
gehörte auch Gregory Peck (Das Omen).
Also entschloss man sich, die Geschichte im Rahmen von ABC´s
Movie of the Week zu verfilmen. Mit einer
Drehzeit von nur sechzehn Tagen und einem Etat von 450.000 Dollar
entstand so der Thriller Duell, der Spielbergs
Karriere nachhaltig beeinflussen sollte.
Am 13. November 1971 flimmerte der Film erstmals über die amerikanischen
Bildschirme und wurde ein grosser Erfolg. Spielberg gelingt es,
mit minimalen Mitteln ein Maximum an Spannung und Atmosphäre
zu erzeugen. Auf ein Motiv für die Jagd verzichtet der damals
gerade einmal 24 Jahre junge Regisseur ebenso wie auf einen Psychopathen,
der hinter dem Steuer des Trucks sitzt. In nur wenigen kurzen Szenen
kann man die Stiefel und Hände des Fahrers erkennen, so dass
der Truck selbst zum erbarmungslosen Monster des Filmes wird, dessen
Brüllen und Fauchen vor allem im Finale an einen wildgewordenen
Dinosaurier erinnert. Die Konfrontation mit dem Gefährt erinnert
nicht selten an einen modernen Western, wenn sich Davids Wagen und
der übermächtige Truck in einer gottverlassenen Wüstenlandschaft
gegenüberstehen.
Dennis Weaver (Im Zeichen des Bösen)
verkörpert den gehetzten Geschäftsmann David, der zu Beginn
des Filmes nicht allzu sympathisch wirkt. Er scheint ein ziemlicher
Spiesser mit einigen Eheproblemen zu sein, der nur ungern Stellung
bezieht, um jeglichen Ärger zu vermeiden. Die zunehmend bedrohlicheren
und für ihn grundlosen Attacken des Trucks versetzen ihn zunächst
in einen Zustand der Ohnmacht und Panik, die verstärkt wird,
als er in einem Truck Stop ausgelacht und für verrückt
erklärt wird. Er muss erkennen, dass er völlig auf sich
alleine gestellt ist und die Initiative ergreifen muss, wenn er
das mörderische Katz-und-Maus-Spiel überleben will. Mit
dem Mut der Verzweiflung stellt er seinem dämonischen Gegner
eine Falle und führt einen ausgelassenen Freudentanz auf, als
das Monster zerschmettert in einer tiefen Schlucht das dieselgetriebene
Leben aushaucht...
Zwei Jahre nach der Erstausstrahlung erschien Duell
in den europäischen Kinos in einer auf Wunsch des Filmverleihs
CIC erweiterten Fassung, für die Spielberg in zwei Tagen neues
Material nachdrehte. Neben einem längeren Vorspann fügte
er die Attacke des Trucks an einem Bahnübergang ein, an dem
Davids Wagen von der Maschine in einen vorbeifahrenden Zug geschoben
zu werden droht. Um die Laufzeit auf volle 90 Minuten aufzustocken,
drehte Spielberg ausserdem ein Telefongespräch zwischen David
und seiner Frau, durch das sein Charakter vertieft werden soll.
Hierzulande ist eigentlich nur diese Langfassung bekannt, die 1983
sogar den Weg zurück in die US-Kinos zurückfand! In der
Episode Never Give A Trucker An Even Break
der Serie The Incredible Hulk verwendete
man mehrere Einstellungen aus dem Spielberg-Film. In dieser Folge
hilft Bill Bixby alias Hulk einer Frau, den geklauten Truck ihres
Vaters aus den Händen der Diebe wiederzuerlangen.
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USA, 1971
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74 / 90 min (TV / Kino), Farbe
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Regie
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Steven Spielberg
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| Drehbuch |
Richard Matheson
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Kamera
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Jack A. Marta
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Musik
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Billy Goldenberg
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Schnitt
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Frank Morris
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Produktion
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George Eckstein
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Dennis Weaver
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David Mann
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| Jacqueline Scott |
Mrs. Mann
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| Eddie Firestone |
Chuck
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| Lou Frizzell |
Busfahrer
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| Gene Dynarski |
Mann im Cafe
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| Tim Herbert |
Tankwart
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| Cary Loftin |
Tankwagenfahrer
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| Lucille Benson |
Schlangenzüchterin
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| Shirley O´Hara |
Kellnerin
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| Dale Van Sickel |
Autofahrer
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