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Nach der Ermordung des Königs Aison hat Fürst Pelias
die Macht über Thessalien an sich gerissen. Dabei steht dieses
Amt eigentlich Jason, dem Sohn des alten Herrschers, rechtmäßig
zu. Um seinen einzigen Konkurrenten loszuwerden, schickt Pelias
den jungen Krieger auf eine Mission ans andere Ende der Welt, um
das Goldene Vlies zu erobern... eine Reliquie, mit der
tödlich Verwundete ins Leben zurückgeholt und Streitigkeiten
unter Völkern geschlichtet werden können. Natürlich
hofft Pelias insgeheim, Jason werde niemals von diesem Himmelfahrtskommando
zurückkehren.
Mit fünfzig tapferen Kämpfernaturen, die er in einem nationalen
Wettstreit auserwählt, und einem mächtigen Schiff, der
Argo, begibt sich Jason auf die lange und gefahrvolle
Reise. Während dem Abenteuer begegnet er Talos, einem turmhohen
Bronzeriesen, der sich trotz eingerosteter Gelenke als ungemein
gefährlich erweist und muss einen blinden Seher aus den Fängen
lästiger Harpyen (Vogelmenschen) befreien, die dem Armen von
Tag zu Tag die leckersten Speisen vor der Nase wegfuttern! Nach
einer Konfrontation mit der Hydra, einer siebenköpfigen
Schlange, und einigen schwert-schwingenden Knochenmännern gelangt
Jason schliesslich ans Ziel seiner Odyssee: das Goldene Vlies.

Mit dem Auftauchen gewaltiger Riesen,
mehrköpfiger Ungeheuer und Skelettkriegern war die griechische
Sage von den Argonauten geradezu prädestiniert für eine
Leinwandadaption voller fantastischer Trickzaubereien. Das Werk
ist die siebte Zusammenarbeit zwischen dem Effektpionier Ray Harryhausen
und dem Produzenten Charles H. Schneer, die gemeinsam unvergessliche
Klassiker wie Sindbads siebte Reise oder
auch Panik in New York hervorgebracht haben.
In Bezug zu seinen anderen Arbeiten gilt der in Italien entstandene
Jason und die Argonauten als Höhepunkt
seiner künstlerischen Laufbahn, denn das von Harryhausen selbst
entwickelte Dynamation-Verfahren eine Verfeinerung der Stop
Motion wurde besonders eindrucksvoll eingesetzt. Der finale
Kampf dreier Krieger gegen sieben Skelette zählt gewiss zu
den spektakulärsten Tricksequenzen der Filmgeschichte, der
Sam Raimi 1992 in seiner Horrorkomödie Armee
der Finsternis ein Denkmal setzte. Die Kampfszenen entstanden
zunächst mit sieben menschlichen Doubles, die zur Erleichterung
der Koordination der Skelette alle eine Zahl auf dem Rücken
trugen. Ganze viereinhalb Monate (!) verbrachte Harryhausen danach
in seinem Studio, um die Bewegungen der Doubles auf seine Modell-Skelette
zu übertragen... Dabei muss man immer bedenken, dass die fertige
Szene im Film gerade einmal drei Minuten dauert! Eines der Skelette
war übrigens vorher schon im bereits erwähnten Sindbad-Abenteuer
zu sehen gewesen.
Das Drehbuch kann bei der hohen Qualität der Tricks leider
nicht mithalten. Don Chaffey (Eine Million Jahre
vor unserer Zeit), der hier seinen ersten Ausflug ins Reich
der Fantasy inszenierte, gibt zwar sein Bestes, die grandiosen Harryhausen-Kreaturen
mit der Sage in Einklang zu bringen, aber genau diese stehlen den
allenfalls durchschnittlichen Darstellern die Schau. So gibt sich
Todd Armstrong als Jason in den Kampfszenen sichtlich Mühe,
doch in den ruhigen Szenen des Filmes weiss er nicht zu überzeugen.
Natürlich erwartet man von einem Harryhausen-Vehikel nicht
viel mehr als tolle Tricks, deshalb kann man über die blassen
Charaktere hinwegsehen. Dass es mit ein wenig Feingefühl aber
auch anders geht, beweist Sindbads siebte Reise...
Das Ende des Filmes ist unverkennbar für eine Fortsetzung ausgelegt,
denn Jasons Rückfahrt und sein Kampf um den Thron Thessaliens
werden nicht weiterverfolgt. Jason und die Argonauten
wurde keineswegs der Erfolg, den man sich von diesem zweieinhalb
Millionen Dollar teuren Spektakel erhofft hatte, was dem schlechten
Timing der Veröffentlichung zuzuschreiben ist. 1963 wurden
die Lichtspielhäuser von einer wahren Flut von italienischen
Sandalenfilmen bombardiert, so dass diese Perle fast unbeachtet
unterging. Nur in England kam der Film gut beim Publikum an.
Trotz der Tatsache, dass einige Fakten der Erzählung
ganz im Sinne des Filmgeschäfts zurechtgebogen wurden (so hintergeht
Jason seine Geliebte Medea, die ihn daraufhin umbringt!), gehört
Jason und die Argonauten zum absoluten
Pflichtprogramm für jeden Freund des Fantasy-Kinos. Millionenschwere
Grossproduktionen mit digitalem Computerspuk verblassen gegenüber
dieser handgearbeiteten Odyssee durch Harryhausens Monsterwelt
wie Kerzen im Wind... was ebenfalls für das gleichnamige TV-Remake
von 2000 gilt, welches trotz Staraufgebots (Dennis Hopper, Jolene
Blalock, Natasha Henstridge) dem Original nicht annähernd das
Wasser reichen kann.
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Jason und die Argonauten
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Jason and the Argonauts
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Alternativtitel:
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Jason and the Golden Fleece
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GB, 1963
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99 Minuten, Farbe
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Regie
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Don Chaffey
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| Drehbuch |
Jan Read
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Beverly Cross
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Kamera
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Wilkie Cooper
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Musik
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Bernard Herrmann
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Schnitt
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Maurice Rootes
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Effekte
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Ray Harryhausen
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Produktion
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Charles H. Schneer
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Ausf. Prod.
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John Dark
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| Co-Prod. |
Ray Harryhausen
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Todd Armstrong
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Jason
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| Nancy Kovack |
Medea
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| Gary Raymond |
Acastos
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| Laurence Naismith |
Argos
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| Niall MacGinnis |
Zeus
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| Michael Gwynn |
Hermes
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| Douglas Wilmer |
Pelias
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| Jack Gwillim |
Aietes
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| Honor Blackman |
Hera
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| John Gairney |
Hylas
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| Patrick Throughton |
Phineas
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| Andrew Faulds |
Phalerus
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| Nigel Green |
Hercules
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| Nando Poggi |
Castor
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| John Crawford |
Polydeuces
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| Douglas Robinson |
Euphemus
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