Eine Gruppe naturbegeisterter Touristen unternimmt eine Reise zu einer kleinen Insel, auf der ein merkwürdiger Baron ein einsames Leben führt. Kaum auf dem Eiland angekommen, passiert ein tragisches Unglück: den Reisenden springt ein Mann vor den Wagen, der sich im Nachhinein als Diener des Barons entpuppt. Der Fremde ist sofort tot. Durch den Unfall lernen sie den Aristokraten schliesslich persönlich kennen. Dieser erweist sich als leidenschaftlicher Botaniker mit einer Vorliebe für aussergewöhnliche Pflanzen, die nur in der Abgeschiedenheit seiner Insel gedeihen. Allerdings hütet er ein grausiges Geheimnis: er hat ein blutgieriges Pflanzenmonster gezüchtet, welches sich vom Lebenssaft neugieriges Touristen ernährt...

Seinen wohl berühmtesten Auftritt absolvierte der in New York geborene Darsteller Mel Welles in Roger Cormans Little Shop of Horrors, bevor er sich für einige Jahre nach Europa absetzte. Hier widmete er sich weiterhin der Schauspielkunst, betätigte sich aber auch als Produzent und Regisseur. Neben Lady Frankenstein inszenierte er auch die deutsch-spanische Koproduktion Das Geheimnis der Todesinsel, obwohl in den Credits Ernst Ritter von Theumer genannt wird. Gründe der Filmfinanzierung hätten ihn zu diesem Schritt gezwungen, beteuerte der Regisseur in späteren Interviews. Vielleicht war es aber auch einfach nur ein Versuch, das wirklich grottige Endprodukt dem deutschen Ko-Produzenten in die Schuhe zu schieben, von dem man durch Abenteuergurken wie In der Hölle ist noch Platz oder Camp der Verlorenen ohnehin nichts Besseres gewohnt war. Zu Theumers bekanntesten Produktionen dürfte der SF-Heuler Perry Rhodan – S.O.S. aus dem Weltall gehören.

„Star“ des Filmes ist Cameron Mitchell, der im Lauf seiner Karriere zwar neben hochkarätigen Hollywoodgrössen wie Clark Gable (Drei Rivalen) und Marilyn Monroe (Wie angelt man sich einen Millionär?) zu sehen war, aber eigentlich erst durch seine missglückten Rollen in allerlei üblen Gruselstreifen bekannt wurde. Das Geheimnis der Todesinsel ist da keine Ausnahme. Der Film schleppt sich mühselig dahin und bedingt sehenswert sind wirklich nur die wenigen Szenen, in denen die durstige Schöpfung des Barons in Aktion gezeigt wird. Wenn um ihr Leben kreischende Schauspieler/innen zwischen den Zweigen des Vampirbaumes herumtorkeln und vorzutäuschen versuchen, es werde ihnen Blut abgezapft, artet das schnell zu einer unfreiwillig komischen Lachnummer aus. Die tentakelförmigen Auswüchse der Monsterpflanze wurden durch Seile bewegt, weil die erste Kreation der Effektleute, ein für schlappe 30.000 Dollar zusammengeschraubter mechanischer Gummibaum, nicht funktionierte. Auch das Finale des Filmes ist nur eine improvisierte Notlösung: eigentlich sollte der Baron mitsamt seiner Kreatur verbrennen, doch dieselben unfähigen Tricktechniker erwarben statt dem brennbaren Magnesiumpulver einige Pakete Magnesiumsalz... ein äusserst wirksames, aber dummerweise zum Feuerwerken völlig ungeeignetes Abführmittel!

 
Das Geheimnis
der Todesinsel
La Isla De La Muerte
 
 
 
Alternativtitel:
Bloodsuckers

Death Island

Island of the Doomed

Island of the Dead

The Maneaters

Man Eater of Hydra

Man Eater of the Doomed
 
 
BRD / Spanien, 1967
88 Minuten, Farbe
 
 
Regie
Mel Welles
 
(= Ernst Ritter von Theumer)
Drehbuch
Ira Meltcher
Ernst Ritter von Theumer
Kamera
Juan Mariné
 
Cecilio Paniagua
Musik
Antón Garcia Abril
 
José Munoz Molleda
Schnitt
Antonio Cánovas
Produktion
Georg Ferrer
 
Ernst Ritter von Theumer
 
 
Cameron Mitchell
Baron von Weser
Kay Fischer
Cora Robinson
Elisa Montes
Beth Christiansen
Hermann Nehlsen
Prof. Demerist
George Martin
David Moss
Rolf von Nauckhoff
James Robinson
Ricardo Valle
Alfredo
Nike Brendel
Baldi
   
IMDb OFDb
nach oben
© Christian Lorenz
Alle Rechte vorbehalten.
Quick Links