In einem geheimen Experiment des amerikanischen Militärs soll ein neuer Kampfstoff erprobt werden: eine schleimige geleeartige Masse, die sich auf alles Lebendige stürzt und auf recht eklige Weise zersetzt... Das Experiment scheitert jedoch: ein Landstreicher, der den „Blob“ entdeckt und prompt von der Masse angegriffen wird, kann das Zeug in die nahegelegene Stadt verschleppen. Hier stürzt sich der Blob auf die schutzlosen Einwohner, kriecht durch die Kanalisation in die Häuser und schleimt sich durch die Straßen... Je mehr Menschen das Opfer des Gelees werden, desto größer wird der Blob - bis er sogar die Häuser des Städtchens überragt! Die Soldaten stehen dem Blob hilflos gegenüber: Gewehrsalven nützen nichts, Sprengsätze zeigen ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg. Erst die beiden Teenager Brian und Meg finden zufällig heraus, daß der Schleim auf eine Sache allergisch reagiert: Kälte!

Wie auch bei Carpenter´s Ding aus einer anderen Welt setzt Chuck Russell in seinem Remake des Kultklassikers Blob – Schrecken ohne Namen vor allem auf schleimig-schräge Splattereffekte, an die 1958 natürlich noch niemand zu denken wagte. Weder im Original noch in dem 1972 erschienenen Sequel Beware! The Blob wurden Menschen so detailliert vom Blob attackiert – Haut wird verätzt, Körper schrumpeln in Sekundenbruchteilen zusammen, Gesichter zerfliessen förmlich zu einer undefinierbaren Masse. Ein Koch wird beim reinigen eines verstopften Abflusses vom Blob am Kopf gepackt und komplett durch die kleine Öffnung des Waschbeckens gezogen, in einer anderen Szene entdeckt ein lüsterner Teenager unter der Bluse seiner Freundin (Baywatch-Beauty Erika Eleniak!) etwas ganz anderes, als er da eigentlich erwartet hat... Etwa die Hälfte des 20-Millionen-Dollar-Etats floss in die Entwicklung solcher Tricks, die zum grossen Teil von Tony Gardener´s Alterian Studios (Armee der Finsternis) realisiert wurden. Der Blob bestand nun nicht mehr aus Silikon, sondern aus Lebensmittel-Verdicker, einem Stoff, der zur Konservierung von Nahrungsmitteln verwendet wird und sich in den grossen Mengen, die für den Film benötigt wurden, als extrem glitschiger Bodenbelag erwies, was in zahllosen Stürzen und blauen Flecken der Crew belegt ist. Einer der ersten schleimigen Effekte des Remakes ist übrigens dem Schneidetisch zum Opfer gefallen: hier wurde ein Eichhörnchen gezeigt, welches sich als erstes für den Blob interessierte und diesem schliesslich zu nahe kam...

Als Hommage an den Klassiker von 1958 hat Russell wieder eine Kino-Szene eingebaut. Bevor der Blob in dem Lichtspielhaus zuschlägt, erfreut sich das Publikum dort an der frei erfundenen Slasher-Parodie Garden Tool Massacre. Trotz der Auffrischung gehört Der Blob zu den Remakes, die am ehesten noch den Charme des Originals besitzen. Entgegen aller in den Film hineingestopften Latex-Effekte hat sich am Monster und der Geschichte kaum etwas verändert: nach wie vor spielen Teenager die Hauptrolle, die sich gegen die Welt der Erwachsenen behaupten müssen. Neben der hübschen Shawnee Smith (Wes Craven´s Carnival of Souls) spielt wieder ein Aussenseiter den tapferen Helden, der die Bürger der Stadt schliesslich zum Sieg gegen das Ungeheuer führt. Verkörpert wird der stets mit einer Lederjacke bekleidete Rebell von Matt Dillons Bruder Kevin, dessen berühmtester Auftritt wohl in Platoon gewesen ist. Donovan Leitch Jr., der zunächst als Shawnee´s Freund Paul in die Story eingeführt wird, dann aber völlig überraschend getötet wird, ist der Sohn von Popsänger Donovan.

Obwohl keiner der drei Blob-Filme den Anspruch erheben mag, „ernsthafte Science Fiction“ darzustellen, gehört das schleimige Monster doch zu den bekanntesten ausserirdischen Besuchern der Filmgeschichte. Die drei Streifen entstanden in völlig verschiedenen Jahrzehnten, das Monster ist so etwas wie der Leitfaden. Der erste Film zeigt die Rock´n´Roll-Generation, das hierzulande unbekannte Sequel zeigt einen Ausschnitt aus dem Leben der Flower Power-Jugend, während der dritte Film mit dem Punk als Helden typisch für die 80er Jahre ist. Eigentlich wird es langsam wieder Zeit für eine neue Verfilmung des Blobs... vielleicht mit einem CGI-Monster?

 
Der Blob
The Blob
 
 
 
USA, 1988
92 Minuten, Farbe
 
 
Regie
Chuck Russell
Drehbuch
Chuck Russell
Frank Darabont
Kamera
Mark Irwin
Musik
Wayne Coster
 
Michael Hoenig
Schnitt
Tod Feuerman
 
Terry Stokes
Effekte
Alterian Studios
 
Dream Quest Images
 
MEL Makeup & Effects Lab.
 
Anatomorphex
Produktion
Jack H. Harris
 
Elliott Kastner
Ausf. Prod.
Andre Blay
 
 
Kevin Dillon
Brian Flagg
Shawnee Smith
Meg Penny
Donovan Leitch
Paul Taylor
Jeffrey DeMunn
Sheriff Herb Geller
Candy Clark
Fran Hewitt
Joe Seneca
Dr. Meddows
Del Close
Reverend Meeker
Paul McCrane
Deputy Bill Briggs
Sharon Spelman
Mrs. Penny
Erika Eleniak
Vicky De Soto
Beau Billingslea
Moss Woodley
Art LaFleur
Mr. Penny
Ricky Paull Goldin
Scott Jeske
Robert Axelrod
Jennings
Bill Moseley
Dr. Gilsig
Michael Kenworthy
Kevin Penny
Jack Nance
Doktor
Douglas Emerson
Eddie Beckner
   
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