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England irgendwann im 15. Jahrhundert. Eines Abends trauert der
Zauberer Erasmus Craven wie so oft seiner Ehefrau Lenora nach, die
viel zu früh aus dem Leben geschieden ist. Plötzlich erhält
er unangekündigten Besuch... von einem sprechenden Raben! Tatsächlich
handelt es sich bei dem geschwätzigen Federvieh um den vom
Pech verfolgten Magier Bedlo, der es gewagt hat, den finsteren Berufsgenossen
Adolphus Scarabus zu einem Zauberduell herauszufordern und
offensichtlich den Kürzeren gezogen hat! Nach einigen weniger
zufriedenstellenden Versuchen gelingt es Craven, den armen Bedlo
in seine ursprüngliche Gestalt zurückzuverwandeln. Zum
Dank erfährt er, dass die totgeglaubte Lenora auf Scarabus´
Schloss gesehen worden sein soll. Noch in derselben Nacht bricht
Craven in Begleitung von Tochter Estelle, Bedlo und dessen tolpatschigem
Sohn Rexford auf, um sich von Lenoras Zustand selbst zu überzeugen
und sie aus den Klauen des bösen Magiers zu befreien! Als Scarabus
die Besucher freundlich begrüsst, ist Craven sehr überrascht
doch als er tatsächlich seiner Lenora gegenübersteht,
haut es ihn von den Socken: sie ist jedoch keineswegs eine Gefangene
des Zauberers, sondern dessen Geliebte!
Scarabus zeigt schon bald darauf sein wahres Gesicht: um hinter
das Geheimnis von Cravens magischen Fähigkeiten zu gelangen,
überwältigt er seine Gäste und droht, Estelle zu
Tode zu foltern, sofern Craven seinen Forderungen nicht nachkommen
sollte. Doch Erasmus erweist sich als standhaft und widersetzt sich
dem Schurken. Es kommt zu einem Duell der Zauberer mit Blitz
und Donner, Wirbelstürmen und Feuerbällen, Laserstrahlen
und herbeigerufenen Monstern versucht jeder, den anderen zu überbieten.
Natürlich gewinnt Craven letzten Endes das magische Kräftemessen.
Das Schloss des Bösewichts geht in Flammen auf.

Der Rabe ist
der fünfte Film, den Roger Corman nach einer Literaturvorlage
von Edgar Allan Poe inszenierte. Mit den Werken des berühmten
Schriftstellers hat dieser Streifen jedoch noch weniger gemeinsam
als die vorigen Adaptionen, denn bis auf den Filmtitel und eine
Handvoll Dialoge gibt es kaum Verweise auf das gleichnamige Gedicht.
Und doch übt Der Rabe jene eigenwillige
Faszination aus, die allen Poe-Adaptionen Cormans gemeinsam ist:
der wabernde Kunstnebel, unverkennbar aus Pappmaché gefertigte
Kulissen sowie zum Overacting neigende Darsteller ergänzen
sich zu wundervollen Schauerstück, bei dem gerade die offensichtliche
Künstlichkeit den besonderen Reiz ausmacht. Der hintergründige
Zynismus der Vorgänger weicht hier allerdings einer komödiantischen
Geschichte voller wahnwitziger Einfälle, inspiriert von der
legendären Weinprobe in Cormans Episodenhorror Tales
of Terror.
Bei der Besetzung der Hauptrollen gelang Roger Corman ein grosser
Coup: er konnte erstmals die drei grössten Stars des Horrorfilms
gemeinsam vor der Kamera versammeln. Vincent Price verkörpert
den gutmütigen Erasmus Craven, Boris Karloff seinen Gegenspieler
Scarabus. Peter Lorre spielt den schusseligen, aber herzensguten
Amateurhexer Bedlo, der gleich mehrmals in einen Raben und einmal
sogar in Marmelade verwandelt wird! Besonders Lorre und Price liefern
Glanzleistungen und neigten während der sechzehntägigen
Dreharbeiten dazu, ihre Texte aus dem Stegreif zu improvisieren
sehr zur Begeisterung von Corman, während der sehr auf
das Drehbuch fixierte Karloff seine liebe Not mit den unvorgesehenen
Einfällen seiner Kollegen hatte. Cave Canem (Hüte
Dich vor dem Hund.) ist beispielsweise eine der Floskeln,
die Lorre geistesgegenwärtig als mächtigen
Zauberspruch einsetzte. Die drei Berühmtheiten sind auch in
Ruhe Sanft GmbH vertreten,
der im gleichen Jahr unter der Regie von Jacques Tourneur entstand.
In einer Nebenrolle als tölpelhafter Rexford ist der junge
Jack Nicholson (Einer flog über das Kuckucksnest)
zu sehen. Die untreue Lenora wird von Hazel Court (Frankensteins
Fluch) verkörpert.
Auch der mit einem sparsamen Etat von nur knapp 300.000 Dollar inszenierte
Der Rabe ist ein Paradebeispiel für
Cormans rationelle Arbeitsweise: nach nur sechzehn Drehtagen
ganze drei Tage weniger als eingeplant fiel die letzte Klappe.
Da sich Karloffs Vertrag jedoch auf neunzehn Tage belief, verfasste
Corman und zwei seiner Drehbuchautoren schnell ein hastiges Drehbuch.
In den drei verbleibenden Tagen entstand so der nächste Karloff-Film
mit dem Titel The Terror natürlich
unter Verwendung der gleichen Kulissen... Hierzulande wurde Der
Rabe ein grosser Erfolg, in den Staaten floppte er unverständlicherweise.
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Der Rabe -
Duell der Zauberer
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The Raven
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Alternativtitel:
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| Der Rabe - Krieg der Magier |
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USA, 1963
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86 Minuten, Farbe
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Regie
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Roger Corman
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| Drehbuch |
Richard Matheson
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Kamera
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Floyd Crosby
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Musik
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Les Baxter
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Schnitt
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Ronald Sinclair
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Effekte
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Pat Dinga
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Produktion
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Roger Corman
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Ausf. Prod.
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Samuel Z. Arkoff
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James H. Nicholson
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Vincent Price
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Dr. Erasmus Craven
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| Peter Lorre |
Dr. Adolphus Bedlo
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| Boris Karloff |
Dr. Scarabus
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| Jack Nicholson |
Rexford Bedlo
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| Hazel Court |
Lenora Craven
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| Olive Sturgess |
Estelle Craven
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| Connie Wallace |
Zofe
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| William Baskin |
Diener
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| Aaron Saxon |
Gort
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