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Peter und Joan Alison befinden sich in den Flitterwochen und reisen
im Orient Express durch die wundervolle Landschaft Ungarns. Auf
der Fahrt lernen sie den Psychiater Dr. Vitus Werdegast und dessen
wortkargen Diener Thamal kennen, die das gleiche Ziel wie die beiden
Turteltauben das Städtchen Gömbös haben.
Als die Reisenden den letzten Teil der Strecke während eines
heftigen Unwetters mit einem Bus zurücklegen, verliert der
Fahrer plötzlich die Kontrolle über das Gefährt und
parkt unsanft abseits der Strasse. Zu Fuss verschlägt es die
Reisenden zu der auf einem Hügel gelegenen Villa des Militäringenieurs
Hjalmar Poelzig, der ihnen seine Räumlichkeiten für eine
Übernachtung anbietet. Natürlich ist es kein Zufall, dass
Werdegast ausgerechnet dieses Haus als Nachtlager auserkoren hat.
Er und Poelzig sind alte Bekannte, seitdem der Ingenieur im Ersten
Weltkrieg Tausende seiner Landsleute an die feindlichen Russen ausgeliefert
hat. Durch den Verrat landete auch Werdegast fünfzehn Jahre
in Gefängnis des sibirischen Kurgaal... eine lange Zeit, die
ihre Spuren hinterlassen hat! Nun ist er zurückgekehrt, um
sich über den Verbleib seiner Gattin Helen und Tochter zu informieren,
die er im Hause Poelzigs vermutet. Dieser behauptet jedoch, beide
seien schon vor langer Zeit verstorben. Im Keller seines Hauses,
welches auf dem Fundament einer ehemaligen Festung steht, zeigt
ihm Poelzig den Leichnam Helens konserviert in einem gläsernen
Sarkophag!
Noch in der gleichen Nacht hat Joan Alison eine unheimliche Begegnung
mit einer schönen Unbekannten, die sich als Karen, Werdegasts
äusserst lebendige Tochter, entpuppt. Es stellt sich heraus,
dass Poelzig nicht nur Werdegasts Gattin nach dessen Verschwinden
in der Kriegsgefangenschaft geheiratet hat, sondern die arme Frau
wenig später ermordete, um anschliessend die Tochter zu ehelichen!
Dummerweise wird Poelzig Zeuge dieses explosiven Gesprächs...
und beschert Karen dasselbe Schicksal wie ihrer Mutter. Als Werdegast
den Leichnam seiner Tochter entdeckt, bringt ihn die schreckliche
Erkenntnis um den Verstand. Wie ein Tier stürzt er sich auf
den verrückten Poelzig... und häutet diesen bei lebendigem
Leib!

Die schwarze Katze
ist der erste von drei Universal-Streifen, in denen Bela Lugosi
und Boris Karloff gemeinsam vor der Kamera standen und gehört
neben Frankenstein (1931) und Dracula
(1931) zu den grössten Klassikern der 30er Jahre. Als Adaption
einer Geschichte von Edgar Allan Poe vermarktet, offenbarte der
Film die Abgründe der menschlichen Seele: Sadismus, Rachegelüste,
Wahnsinn und Folter bis hin zu Andeutungen von Inzest und Nekrophilie.
Obwohl die Handlung des Filmes bis auf eine hin und wieder durch
das Bild huschende schwarze Katze tatsächlich kaum etwas mit
Poe zu tun hat, baut der Streifen eine beklemmende und unheilschwangere
Atmosphäre auf, die den Werken des amerikanschen Schriftstellers
sehr nahe kommt. Karloff überschreitet in der Rolle des Avantgarde-Architekten
und Hobby-Satanisten Poelzig die Grenzen des Bösen, indem er
zunächst Werdegasts Gattin heiratet und nach deren Ableben
seine eigene Stieftochter zur Frau nimmt. Doch auch Lugosis Werdegast
ist alles andere als eine Identifikationsfigur für das Publikum,
da er unter der jahrelangen Kriegsgefangenschaft einen merkbaren
seelischen Knacks erlitten hat und im düsteren Finale des Filmes
selbst zum Folterknecht wird... und seinem Gegenspieler einen scheusslichen
Tod beschert! Die Kritiker waren natürlich entsetzt, das Publikum
jedoch begeistert. Die schwarze Katze wurde
zum profitabelsten Genrefilm des Studios im Erscheinungsjahr 1934
und festigte nachhaltig den Kult-Status der beiden Horrorlegenden.
Universal setzte die Karloff-Lugosi-Reihe 1935 mit The
Raven und ein Jahr darauf mit The Invisible
Ray fort.
Der ungewöhnliche Look des Filmes geht auf das Konto von Edgar
George Ulmer, der in den vorangegangenen Jahren unter anderem als
Set Designer bei Friedrich Wilhelm Murnaus Faust
(1922) tätig gewesen war. Unverkennbar konnte sich Ulmer seine
Erfahrungen, die er bei der Entstehung des expressionisch gestylten
Filmes gewann, zunutze machen. Wie sein Vorbild spielt er mit Licht,
Schatten und ausgefallenen Kulissen: so ist Poelzigs Residenz keineswegs
ein modriges Schloss voller Spinnweben und meterdickem Staub, sondern
ein futuristisch eingerichtetes Gebäude mit einer imposanten
Sonderausstattung... die man heutzutage eher in einem James
Bond-Film vermuten würde!
Die erste Fassung des Filmes entstand mit einem Etat von 91.000
Dollar in 18 Tagen Drehzeit. Nach der ersten Sichtung durch die
Studiobosse wurde Ulmer jedoch zu einigen Änderungen gezwungen,
weil der Streifen als zu niederträchtig empfunden wurde. Der
Regisseur schnitt daraufhin die komplette Hochzeit der Alisons und
einen grossen Teil der anfänglichen Zugreise aus dem Werk heraus
und drehte eine neue Szene, die Karloffs nächtlichen Spaziergang
durch sein privates Mausoleum mit den Glaskästen seiner verstorbenen
Ehefrauen zeigt. Grössten Stein des Anstosses bildete natürlich
Poelzigs Folterung und die anschliessende Häutungsszene, die
obwohl sie nur als Schattenspiel angedeutet wird für
damalige Zeiten extrem gewagt war. Trotzdem ist Die
schwarze Katze auch nach der Nachbearbeitung, die zusätzliche
6000 Dollar verschlang, aussergewöhnlich kaltblütig für
einen Horrorfilm, der unter dem wachsamen Auge der Hays-Office (Schöpfer
des berüchtigten Production Code, der genau festlegte,
was in Filmen gezeigt werden durfte und was nicht) entstand.
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Die schwarze Katze
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The Black Cat
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Alternativtitel:
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House of Doom
The Vanishing Body
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USA, 1934
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65 Minuten, schwarz/weiss
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Regie
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Edgar George Ulmer
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| Drehbuch |
Edgar George Ulmer
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Peter Ruric
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Tom Kilpatrick
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Kamera
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John J. Mescall
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Musik
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James Huntley
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Heinz Roemheld
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Schnitt
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Ray Curtiss
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Effekte
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Jack P. Pierce
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(Makeup-Effekte)
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Russell Lawson
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(Matte Artist)
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John P. Fulton
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(Fotografische Effekte)
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Produktion
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Carl Laemmle Jr.
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Boris Karloff
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Hjalmar Poelzig
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| Bela Lugosi |
Dr. Vitus Werdegast
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| Julie Bishop |
Joan Alison
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| David Manners |
Peter Alison
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| Lucille Lund |
Karen
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| Harry Cording |
Thamal
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| Egon Brecher |
Poelzigs Diener
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| John Carradine |
Orgelspieler
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| Henry Armetta |
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| Albert Conti |
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| Tony Marlow |
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