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Mortimer Brewster ist Filmkritiker, eifriger Verfechter des Junggesellentums
und Autor solcher Bücher wie Die Ehe: Ein Betrug und
eine Falle. Doch eines Nachmittags gelingt der Pfarrerstochter
Elaine Harper das Unmögliche: sie schleppt Mortimer vor den
Traualtar, was gegen sämtliche Prinzipien verstösst, an
denen er jahrelang festgehalten hat. Nach der Hochzeit schaut er
bei seinen liebenswerten Tanten Martha und Abby vorbei, um ihnen
die glückliche Nachricht zu überbringen. Dabei stolpert
er zufällig im Salon der alten Damen über eine Leiche...
Sein Verdacht fällt sofort auf seinen debilen Cousin Teddy,
der sich für Präsident Roosevelt hält und den Nachbarn
hin und wieder mit nächtlichem Trompetengetöse den Schlaf
raubt, sofern er nicht im Keller des Hauses Schleusen für
den Panama-Kanal aushebt. Abby und Martha bleiben angesichts
der schaurigen Entdeckung erstaunlich gelassen kein Wunder,
denn immerhin geht der Tote tatsächlich auf ihr Konto. Sie
geben zu, im Laufe der letzten Jahre bereits zwölf alleinstehende
Männer mit vergiftetem Wein umgebracht zu haben. Natürlich
handelte es sich keineswegs um kaltblütige Morde, sondern um
Akte der Nächstenliebe, denn jedes ihrer Opfer konnten sie
von einem einsamen und in ihren Augen unglücklichen Leben erlösen...
Mortimer gerät in eine Zwickmühle: soll er seine Liebsten
an die Polizei ausliefern oder ihnen helfen, die Tat zu vertuschen?
Die Situation spitzt sich zu, als sein Bruder Jonathan, ein polizeilich
gesuchter Serienmörder, plötzlich auftaucht und neben
seinem sturzbetrunkenen Gehilfen Dr. Einstein auch eine weitere
Leiche im Gepäck hat...

Eines der erfolgreichsten Bühnenstücke
am New Yorker Broadway war in den frühen 40er Jahren Joseph
Kesselrings pechschwarze Komödie Arsen und
Spitzenhäubchen. Boris Karloff, der in den vorhergehenden
Jahren zum gefragtesten Gruselfilm-Star aufgestiegen war, glänzte
hier in der Rolle des schurkischen Jonathan Brewster. Als Frank
Capra, Schöpfer des Weihnachts-Klassikers Ist
das Leben nicht schön?, einmal eine der Vorstellungen
besuchte, war er von der turbulenten Geschichte dermaßen angetan,
dass er es sich nicht nehmen liess, Kesselrings Vorlage auf die
grosse Leinwand zu übertragen. In nur vier Wochen entstand
somit eine der schönsten Kriminalgrotesken der Filmgeschichte.
Obwohl die Filmadaption von Arsen und Spitzenhäubchen
bereits 1941 fertiggestellt wurde, konnte Capra ihn wegen einer
Klausel im Vertrag, nachdem der Film nur nach dem Absetzen des Bühnenstückes
gezeigt werden durfte, erst 1944 veröffentlichen. Dennoch gelang
es Capra mühelos, an den Erfolg des Theatersstückes anzuknüpfen.
Durch die Wahl der Kulissen merkt man schnell, dass Arsen
und Spitzenhäubchen auf einem Bühnenstück
basiert. Fast die komplette Handlung spielt sich an einem einzigen
Abend im Salon der Brewster-Tanten ab, andere Schauplätze (der
Friedhof, das Standesamt) werden nur kurz gezeigt. So liegt es einzig
an den Darstellern, den Film voranzutreiben und das gelingt
ihnen bravourös! Cary Grant (Der unsichtbare
Dritte) gebührt die Ehre, zu Beginn den einzigen Normalen
in dem wachsenden Chaos zu verkörpern. Sein Zustand verschlimmert
sich angesichts der urkomischen Situationen, in die er immer wieder
gerät, jedoch zusehends, bis er am Ende als augenrollendes
und grimassenschneidendes Nervenbündel durch die Wohnung rast,
um die Gesetzeshüter von den kleinen Geheimnissen seiner Tanten
abzulenken. Capra hätte gerne James Stewart in dieser Rolle
gesehen, doch der befand sich zu dem Zeitpunkt im Kriegseinsatz
über Deutschland. Josephine Hull und Jean Adair verkörpern
die mörderischen alten Damen, beide übernahm Capra aus
dem Broadway-Hit. Schade, dass Capra nicht auch Karloff als Bösewicht
Jonathan einsetzen konnte. Stattdessen trat Raymond Massey (Das
Haus des Grauens, 1932) in Karloffs Fussstapfen und liefert
einen mehr als würdigen Ersatz ab. Er steckt unter einer Maske,
die sehr stark an Karloff´s Frankenstein-Monster
erinnert... und wird somit auch zum Opfer des Running Gags:
jede Person, die seinen Weg kreuzt, fühlt sich durch sein entstelltes
Gesicht an einen Hollywood-Film erinnert, was den Killer Jonathan
zunehmend zur Weissglut treibt! Natürlich muss auch Peter Lorre
(M Eine Stadt sucht einen Mörder)
erwähnt werden, der den versoffenen und schäbigen Schurken
besser verkörpert wie kein Anderer. Der komplette Film ist
bis zur kleinsten Nebenrolle einfach perfekt besetzt.
Frank Capras respektloser Film ist in dem kleinen Genre der Gruselgroteske
richtungsweisend und bis heute unerreicht. Die Story wartet mit
unzähligen Wendungen und unglaublichen Einfällen auf,
so dass Arsen und Spitzenhäubchen
während der knapp zweistündigen Laufzeit niemals langweilig
oder vorhersehbar wird. Zudem erzeugt Capra durch den gekonnten
Einsatz von Licht und Schatten bisweilen eine gruselige Atmosphäre,
von denen sich mancher Horror-Regisseur eine Scheibe abschneiden
könnte.
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Arsen und Spitzenhäubchen
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Arsenic and Old Lace
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USA, 1944
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110 Minuten, schwarz/weiss
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Regie
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Frank Capra
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| Drehbuch |
Joseph Kesselring
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(Vorlage)
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Julius Epstein
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Philip G. Epstein
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Kamera
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Sol Polito
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Musik
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Max Steiner
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Schnitt
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Daniel Mandell
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Effekte
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Robert Burks
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Byron Haskin
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Produktion
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Frank Capra
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Ausf. Prod.
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Jack L. Warner
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Cary Grant
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Mortimer Brewster
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| Raymond Massey |
Jonathan Brewster
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| Peter Lorre |
Dr. Einstein
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| Josephine Hull |
Abby Brewster
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| Jean Adair |
Martha Brewster
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| Priscilla Lane |
Elaine Harper
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| John Alexander |
Theodore Brewster
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| Jack Carson |
Officer O´Hara
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| Edward E. Horton |
Mr. Witherspoon
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| James Gleason |
Lt. Rooney
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| Grant Mitchell |
Reverend Harper
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| Edward McNamara |
Sgt. Brophy
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| Garry Owen |
Taxifahrer
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| John Ridgely |
Officer Saunders
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| Vaughan Glaser |
Richter Cullman
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| Chester Clute |
Dr. Gilchrist
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| Charles Lane |
Reporter
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| Hank Mann |
Fotograf
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| Edward McWade |
Mr. Gibbs
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